Die Meere als Müllkippe: mehr Plastik als Plankton

Die Quellen und Formen des Mülls in den Meeren sind vielfältig. Zu den bekannten Verursachern gehören die Fischerei (durch das Entsorgen oder Verlorengehen von Fischereigerätschaften, beispielsweise "Geisternetze"), die Schifffahrt (Entsorgen von Abfall, Verlust von Containern oder Ladung), der Eintrag durch unzureichende Abfallentsorgung an Land und der Tourismus. Über sogenannte diffuse Quellen wird Müll über Flüsse oder Winde eingetragen. Geschätzte 15 Prozent des Meeresmülls entstammen dem Fischereisektor, 35 Prozent dem Tourismus und 41 Prozent weiteren diffusen Quellen.

Müll am Strand von Sylt, Foto: Stefan Menzel
Müll am Strand von Sylt, Foto: Stefan Menzel

Drei Viertel des Mülls bestehen aus Plastik. Durch die Langlebigkeit des Plastiks (300-450 Jahre) ist es zu einer kumulativen Bedrohung für die Meeresumwelt geworden. Während 50-70 Prozent der Müllpartikel auf den Meeresboden sinken, findet sich der Meeresmüll nicht nur an den Stränden, sondern verteilt sich schwimmend von den Polarregionen bis hin zur Tiefsee (im Durchschnitt 46.000 Teile pro Quadratkilometer). So ist der Meeresmüll mittlerweile vom Weltraum aus zu erkennen: Hochrechnungen gehen in diesen Regionen (Müllstrudeln) von 60-mal mehr Plastikteilen als Planktonorganismen aus.

Die Auswirkungen auf die Ökosysteme des offenen Meeres und des Meeresbodens sind immens. Mehr als 300 Tierarten verenden durch den Kontakt mit Meeresmüll, etwa durch das Verwickeln in Schnüren und anschließende Ertrinken (Wale, Seehunde) oder durch das Verschlucken, das zu Vergiftung oder Verstopfung des Nahrungstraktes führt. Betroffen sind unter anderem Albatrosse, Meeresschildkröten und Miesmuscheln. Gerade tauchende Seevögel sind besonders anfällig: 93 Prozent der Eissturmvögel (Fulmarus gracilis) in der Nordsee hatten laut einer OSPAR-Studie verschluckten Meeresmüll in ihren Mägen, im Durchschnitt waren es 27 Partikel pro Vogel mit einem Gewichtsanteil von etwa 0,3 Prozent. Auch viele andere Seevögel und Meerestiere leiden unter den 6,4 Millionen Tonnen Müll, die jährlich im Meer landen.

Mehr Informationen zu Plastikmüll im Meer



Jetzt online BUND-Mitglied werden!, © www.photocase.com / mr nico
Jetzt online spenden, © istock.com/johnnorth

Jetzt Fan werden auf www.facebook.com/bund.bundesverband   Folgen Sie uns auch auf www.youtube.com/bundgermany   Folgen Sie uns auch auf www.twitter.com/BUND_net   Abonnieren Sie unseren RSS-Feed

BUND-Kampagne gegen die Vermülllung der Meere

Bildungsmaterialien

Suche